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Sound of Silence vom Kollektiv Selbstgebaute Musik (Sascha Schneider, Hajo Toppius, Manuel Strube, Matthias Kremsreiter, Lea Grönholdt) wurde in Tegel-Süd durchgeführt. Ausgehend vom stillgelegten Flughafen in der Nachbarschaft hat Sound of Silence gefragt, welche Bedeutung dessen Geräusche für die Anwohner:innen von Tegel-Süd haben und welche anderen Geräusche und Klänge sie sich für ihr Wohnumfeld wünschen. Entstanden ist eine große vierarmige Installation, über die die gewünschten Geräusche abgespielt werden konnten. 

Für die Ausstellung "Was geht?" wurde die Installation kuratorisch aufbereitet und so für jede:n erfahrbar. Alle Besucher:innen wurden gefragt: Wonach soll dein Kiez klingen? Welche Geräusche und Klänge nimmst du in deinem Kiez wahr? Gibt es welche, die ihn ausmachen?

Zunächst stand inmitten des Emstaler Platzes im November 2021 eine weiße Installation mit einem Buzzer. Wurde er gedrückt, ertönten Flugzeuggeräusche. Diese Installation hat zum Mitmachen motiviert, den Platz belebt und so das Gespräch über Akustik im Kiez angeregt. Einerseits stellte sich heraus, dass einige Bewohner:innen Fluggeräusche positiv assoziieren. Andererseits haben die Anwohner:innen viele kreative Vorschläge für neue Klänge eingebracht. Sechs davon wurden anschließend im Studio selbst erzeugt und aufgenommen:

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© Raquel Gomez

Flugzeug
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Meeresrauschen
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Einhorn
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Bauernhof
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Grillenzirpen
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Fledermäuse
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Diese Geräusche waren am 27. November 2021 auf dem Bei der zweiten Veranstaltung auf dem Emstaler Platz konnten die Klänge, die sich Anwohner:innen in der ersten Veranstaltung gewünscht haben, abgespielt werden. War die Klanginstallation zunächst nur mit vier Lautsprechern ausgestattet und um ein paar Holzbalken kleiner, so wurde sie nun um einige Meter Durchmesser und weitere Lautsprecher vergrößert. An sechs Buzzern konnten Geräusche ausgelöst und einzeln angehört werden. Insbesondere Kinder hat sie eingeladen, eine Soundkulisse aus mehreren Geräuschen herzustellen, was durch schnelles Rennen von Buzzer zu Buzzer möglich wurde. Die Installation wurde so zum sportlichen und auditiven Spielplatz. Platz in Tegel-Süd zu hören. Am einem mehrarmigen Lautsprecher-Ungetüm konnten per Knopfdruck Töne ausgelöst werden, die sonst selten dort zu hören sind: Bauernhof, Fledermäuse, Einhörner und vieles mehr.  

© Raquel Gomez

Sound of Silence ließ Tegel-Süd aufhorchen. Auf spielerische Art und Weise konfrontierte es die Anwohner:innen des Viertels einerseits mit der Veränderungen ihres Wohnumfeldes durch die Schließung des Flughafen Tegels. In Gesprächen stellte sich heraus, dass nicht nur die kurze Strecke zu einem Flughafen vermisst wird. Stattdessen handelte es sich auch um einen identitätsstiftenden, symbolischen Ort, dessen Geräusch die Wahrnehmung des Wohnumfeldes charakterisierte. Andererseits stellte Sound of Silence die Frage, welche Bedürfnisse und Wünsche für eine andere Klangkulisse in der Nachbarschaft bestehen. Dadurch wurde angeregt, über subjektive Sinneswahrnehmungen in der Stadt nachzudenken, sie auszusprechen und über deren Bedeutungen zu reflektieren.

 

"Sound of Silence" war Teil des Projekts "Was geht? Visionen von Zukunft und Gegenwart".